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Gemeinwohl

Ebenso wie Umweltschutz und Ressourcenschonung gehört auch die unternehmerische Sozialverantwortung untrennbar zu unserem selbst gestellten Anspruch. Der Zusatz im NATURATA-Logo – „fair a kooperativ mat de Bio-Baueren“ – zeigt auf, was für alle Betriebe rund um die Biobauern-Genossenschaft gilt: wir setzen auf ökosoziale Alternativen zu konventionellen Produktionszusammenhängen und Handelsstrukturen.

GWÖ_c_Foto Flausen

Der verantwortungsvolle Umgang auch mit unserer sozialen Umwelt ist eine logische Konsequenz unseres Verständnisses von alternativem Wirtschaften.

Nachhaltigkeit, Gemeinwohl und assoziative Wertschöpfung gehören zusammen

2014 wurde das erste Audit der OIKOPOLIS-Gruppe nach den Regeln der GWÖ durch externe Prüferinnen durchgeführt, 2015 erschien der dazugehörige Bilanzbericht, das Testat der Bilanz bestätigt der OIKOPOLIS-Gruppe 633 Gemeinwohl-Punkte. 2016 wurde dieses laut GWÖ „vorbildliche“ Resultat auf 712 Punkte verbessert. Das nächste Audit findet 2020 statt.

Die vergleichsweise hohe Punktzahl kommt nicht von ungefähr, denn Werte und Ziele der GWÖ überschneiden sich mit dem von der OIKOPOLIS-Gruppe gepflegten Ideal des assoziativen Wirtschaftens – und dieses findet seinen praktischen Ausdruck in einer Wertschöpfungskette, die auf Ökologie und Solidarität gegründet ist. All diese Aspekte gehören zum Thema „unternehmerische Sozialverantwortung,“ das der OIKOPOLIS-Nachhaltigkeitsbericht 2018 umfassend behandelt. Er enthält die Kapitel „Assoziatives Wirtschaften“, „Ressourcenschonung / Ökologie“ und „Soziales Miteinander“. Über die ersten beiden Punkte informieren online die Menüpunkte „fair & associative“ sowie „Nachhaltigkeit“, einige im engeren Sinne sozial wirksame Aspekte unseres Tuns finden Sie hier:

Assoziatives Ideal und Mitarbeiterkultur

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Mit Blick auf unser Ideal des Assoziativen Wirtschaftens ist unsere Wertschöpfungskette auch eine Wertschätzungskette. Die Forderung nach „menschengerechten“ Arbeitsplätzen an jeder einzelnen Stelle dieser Kette versteht sich deshalb von selbst. Ebenso wie die Aktionäre der OIKOPOLIS streben auch viele Mitarbeitende nicht primär nach finanziellem Gewinn, sondern betrachten das gemeinsam getragene Projekt „Stärkung der biologischen Landwirtschaft“ als Gewinn für alle. Auch wenn es branchenübergreifend punktuell durchaus höhere Gehälter gibt, bezahlen die OIKOPOLIS-Betriebe ein nachweislich faires Entgelt. Die Bruttoeinkommensspreizung innerhalb der Gruppe beträgt nur 1:4, das betriebsübergreifend höchste Gehalt ist also nur viermal so hoch wie das geringstmögliche Einkommen innerhalb der Gruppe, das wiederum dem gesetzlichen Mindestlohn entspricht. Vor diesem Hintergrund wird auch ein durchschnittliches Einkommen als gerecht empfunden.

Hinzu kommen diverse „geldwerte Vorteile“, die eine Arbeit in der OIKOPOLIS-Gruppe – neben der sinnstiftenden Tätigkeit – mit sich bringt. Hier ist ein breit gefächertes Angebot an Möglichkeiten zur fachlichen und persönlichen Weiterbildung ebenso zu nennen wie der privilegierte Zugang zu qualitativ hochwertigen Bio-Lebensmitteln und anderen Naturwaren. Alle Mitarbeitenden erhalten 20% Rabatt auf das gesamte NATURATA-Sortiment sowie auf den Einkauf im Fachgeschäft NATURATA beauty & culture. Dieselbe Ermäßigung gilt auch für dort stattfindende Kosmetik- und Relaxbehandlungen sowie in den NATURATA Bio-Restaurants und -Bistros.

Bei Besprechungen sowie in den Mitarbeiterküchen stellt der Betrieb eine große Auswahl biologisch zertifizierter Warm- und Kaltgetränke incl. pflanzlicher Alternativen sowie Obst und Gemüse gratis zur Verfügung. Mitarbeitende im Groß- und Einzelhandel können bei der Selbstversorgung weitere Angebote nutzen. Ihnen stehen Molkerei- und andere Frischeprodukte kurz vor Erreichen des MHD kostenlos zur Verfügung. Gleiches gilt für Obst und Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern oder Trockenprodukte, die ausgelistet werden. Die MitarbeiterInnen von BIOGROS können zudem mehrmals pro Woche für einen symbolischen Euro eine Kiste mit gemischten Frischeprodukten für ihre Familie mit nach Hause nehmen.

Dies alles trägt zur Mitarbeiterzufriedenheit bei. Ein schöner Ausdruck dieser Zufriedenheit ist nicht nur die Tatsache, dass rund 10% aller OIKOPOLIS-Aktien in MItarbeiterInnenhand sind, sondern auch die hohe Weiterempfehlungsquote. Die beachtliche Zahl an Initiativbewerbungen, die OIKOPOLIS-Betriebe seit Jahren erhalten, geht zumeist auf Vermittlung von Mitarbeitenden zurück.

Partizipatives Führen und Mitbestimmung

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Als Aktienbesitzer sind viele Mitarbeitende der OIKOPOLIS-Betriebe auch Miteigentümer und insofern sogar Mitunternehmer. Diese Eigentümerschaft fügt sich in eine Struktur, die unserem Verständnis von Assoziativem Wirtschaften entspricht. Dazu gehören flache Hierarchien, die es allen ermöglichen, schnellen Zugang zur Entscheidungsebene zu finden. In der Regel werden Entscheidungen konsensuell gefällt – nach Beratung in tätigkeitsnahen Gremien. Doch auch bei Grundsatz- und Rahmenentscheidungen können Betroffene sich stets in den Prozess der Entscheidungsfindung einbringen. Diese Prozesse werden integrativ und transparent gestaltet, und wir üben uns im partizipativen Führen. Dabei geht es weniger um „Bestimmen durch Abstimmen“ als um die Übernahme von Verantwortung an der Basis und den Vorrang von Selbstorganisation vor einer Reglementierung von „oben“. Generell gilt: wer eventuelle Konsequenzen zu tragen hat, hat auch das letzte Wort bei der Entscheidungsfindung.

Möglichst breite MitarbeiterInnenkreise werden in zeitlich limitierten Leuchtturmprojekten wie der Leitbildarbeit oder der Gemeinwohlreflexion hinzugezogen, aber selbst bei alltagspraktischen Entscheidungen wie der Farbgebung gemeinsam genutzter Treppenhäuser kann jede/r sich gestalterisch einbringen.

Selbstverständlich gibt es auch kontinuierlich tätige Gruppen. Neben dem Vorstand und Aufsichtsrat der Beteiligungsgesellschaft sowie der einmal jährlich stattfindenden Generalversammlung aller Aktionäre sind dies vor allem der betriebsübergreifende Koordinationsrat, die einzelnen Betriebsräte als MitarbeiterInnenvertretung und betriebsspezifische Arbeitsgruppen, die sich ebenfalls regelmäßig treffen. Bei NATURATA sind dies z.B. FilialleiterInnenversammlung und Sortimentsgruppe sowie das Wochenbriefing des Zentralbüros.

Auch bei der Weiterentwicklung einzelner Fachprojekte setzen wir auf inklusive Prozesse. Beispielhaft hierfür stehen Workshop-Serien rund um die Einführung eines neuen Warenwirtschaftssystems oder anderer Software-Instrumente, bei denen alle Interessengruppen und künftigen NutzerInnen ihren Input geben konnten.

Interne Kommunikation

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Die so genannte „Pinnwand“, ein monatlicher Newsletter in zwei Sprachversionen (Deutsch und Französisch) informiert alle Mitarbeitenden der gesamten Gruppe über personelle Veränderungen, strukturelle Neuerungen, Arbeitsgruppentreffen sowie anstehende und stattgefundene Veranstaltungen. Der Name des Newsletters kommt nicht von ungefähr, denn an Arbeitsplätzen ohne eigenen PC-Zugang werden die jeweiligen Monatsnachrichten ausgedruckt und am Schwarzen Brett zur allgemeinen Kenntnisnahme ausgehängt.

Weitere Einblicke bieten die Homepages oikopolis.lu, biog.lu, biogros.lu und naturata.lu sowie die Facebook-Gruppen von OIKOPOLIS und NATURATA. Auch die im obigen Abschnitt über„Partizipatives Führen und Mitbestimmung“ erwähnten Themengruppen wie die Runde der FilialleiterInnen oder die Sortimentsgruppe sind wichtige Foren der internen Kommunikation. Im Gegensatz dazu und zur Online-Aktualität kann der Printbereich nur große Linien und herausragende Ereignisse angemessen würdigen. Diese dennoch wichtige Schwerpunktsetzung übernimmt das Kunden- und Mitarbeitermagazin „OIKOPOLIS News“, das zweimal jährlich erscheint und gratis in allen NATURATA-Filialen am Schriftenstand ausliegt.

Neben der zentralen Kommunikation spielt auch der dezentrale Austausch eine nicht hoch genug einzuschätzende Rolle in der OIKOPOLIS-Struktur. Arbeitsgruppen, Koordinationskreise und beratende Gremien sind in allen Einzelbetrieben, aber auch betriebsübergreifend, fest etabliert. Mehr dazu im obigen Abschnitt „Partizipatives Führen und Mitbestimmung“.

Zivilgesellschaftliches Engagement und Gesellschaftsbildung

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Seit Gründung der Bio-Bauere-Genossenschaft Lëtzebuerg (BIOG) sind deren Pioniere auch auf anderen Ebenen im Sinne der regionalen Biolandwirtschaft aktiv. Als gern gehörte Experten nutzen sie jede Gelegenheit, um bei der Politik – auf Landeseben und darüber hinaus – für Biolandbau, biologische Tierhaltung, biodynamische Hofführung und alternatives bzw. Assoziatives Wirtschaften im Allgemeinen zu werben. Schon 1991 flossen konkrete Erfahrungen der BIOG-Gründer in die nationale Ausarbeitung der EU-Bio-Agrarverordnung mit ein.

Auch die Gemeinwohl-Bewegung bekam Impulse aus der OIKOPOLIS. Als Unternehmensgruppe gehören wir zu den Pionierbetrieben, die die erste Gemeinwohl-Matrix mit entwickelt haben, und etliche MitarbeiterInnen haben im „Regionalen Energiefeld“ der GWÖ aktiv dazu beigetragen, deren Grundsätze in Luxemburg bekannt zu machen.

Den umgekehrten Weg geht gerade ein Ergebnis unserer in Luxemburg seit langem gepflegten Marktgespräche, bei denen Vertreter der gesamten Wertschöpfungskette zum Austausch über ihre jeweiligen Arbeitsbedingungen und Bedürfnisse zusammenkommen. Motiviert durch die positiven Erfahrungen dieser assoziativen Zusammenarbeit wurde das Qualitätssiegel „fair&associative“ zunächst in Luxemburg initiiert, ehe es auch international vorgestellt wurde. Seit 2018 findet es länderübergreifend immer mehr Interesse.

Viele Mitarbeitende der OIKOPOLIS-Betriebe sind auch im Umweltschutz aktiv, engagieren sich in anthroposophischen Gremien oder in Sachen Bedingungsloses Grundeinkommen. Auch wenn es für ehrenamtliche Tätigkeiten betriebsseitig keine Strategie gibt, begrüßen wir dieses zivilgesellschaftliche Engagement, denn es ist integraler Bestandteil unseres unternehmerischen Selbstverständnisses.

Deshalb haben wir mit „OIKOPOLIS am Dialog“ eine Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, die dem breiten Publikum kostenfrei offensteht. Angeboten werden Vorträge und Seminare renommierter Gastreferenten, die sich mit verschiedenen Aspekten der biologischen und biologisch-dynamischen Landwirtschaft, des alternativen Wirtschaftens oder anderer zukunftsträchtiger Themen befassen.

Als wertemotivierter Akteur der Luxemburger Zivilgesellschaft steht die OIKOPOLIS zudem im Austausch mit zahlreichen relevanten Interessengruppen vor Ort und europaweit. Neben institutionellen Mitspielern wie den eingetragenen Vereinen Bio-Lëtzebuerg und IBLA (Institut fir Biologesch Landwirtschaft an Agrarkultur Lëtzebuerg a.s.b.l.) oder der Ackerbauschule Luxemburg zählen dazu das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (Schweiz/Österreich/Deutschland), die Landwirtschaftliche Sektion am Schweizer Goetheanum und Demeter International. Projektbezogen kooperieren wir zudem mit vielen weiteren NGOs und Einichtungen, deren Ziele sich mit unseren überschneiden, z.B. SOS Faim oder „Zukunft Säen“. Mehr dazu im Nachhaltigkeitsbericht 2018 (Downloadmöglichkeit beim Menüpunkt „Nachhaltigkeit“).

Humanitäre Kooperation

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Zum zivilgesellschaftlichen Engagement der OIKOPOLIS gehört auch die punktuelle Zusammenarbeit mit vielen Akteuren, die einmalige oder jährlich wiederkehrende Events veranstalten, in deren Rahmen öffentlichkeitswirksame Impulse gesetzt werden – sei es gegen die Wegwerfmentalität, für bewusste Ernährung oder generell im Sinne der nachhaltigen Entwicklung. In diesen Fällen tritt zumal NATURATA gerne als Sponsor auf. Vor allem mit Lebensmittelspenden unterstützen wir ganzjährig zahlreiche Events auf lokaler Ebene – vom Veganerfrühstück bis zum Citylauf.

Generell begreifen wir die unternehmerische Sozialverantwortung jedoch nicht als Sonntagsaktion, sondern als Aufgabe im Alltag. Deswegen pflegen wir schon seit Jahren ganzjährige, zunehmend auch mehrjährige humanitäre Kooperationen, bei denen wir uns an die Seite ausgewählter Organisationen stellen und mit KundInnenhilfe erhebliche Beträge für konkrete Projekte zur Verfügung stellen. Die Spendenkampagnen starten jeweils in der Vorweihnachtszeit und bestehen aus zwei Phasen: in der Festsaison können NATURATA-Kundinnen und –Kunden ihre Einkaufsmarken dem jeweiligen guten Zweck zur Verfügung stellen, während wir im weiteren Jahresverlauf nur um übriges Klein- und Wechselgeld werben. Der Gesamtbetrag – incl. des Gegenwerts der NATURATA-Marken in Euro – wird von uns verdoppelt, großzügig aufgerundet und dem jeweiligen Aktionspartner überwiesen. Zuletzt waren dies die Nichtregierungsorganisationen Médecins sans Frontières / Ärzte ohne Grenzen, Friendship Luxembourg und SOS Faim.